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23.02.2022

Glasfaser Nordwest und Buchholz Digital schließen Kooperation

Ein weiteres Telekommunikationsunternehmen wird künftig das Netz von Glasfaser Nordwest mit nutzen: Buchholz Digital hat mit dem von EWE und Telekom gegründeten Joint Venture eine Kooperation unterzeichnet. Ab Sommer 2022 kann Buchholz Digital BSA-Vorleistungsprodukte (Bit Stream Access, Layer-2) von Glasfaser Nordwest beziehen. Buchholz Digital wird im Rahmen der Zusammenarbeit interessierte Unternehmen befähigen, regional Endkundenprodukte über das Netz von Glasfaser Nordwest anzubieten. Die Osterholzer Stadtwerke sind der erste Anbieter, der diese Kooperation nutzen wird. Perspektivisch sollen weitere Anbieter dazukommen.

Kooperation mit Buchholz Digital

Buchholz/Osterholz/Oldenburg. Glasfaser Nordwest, Buchholz Digital und die Osterholzer Stadtwerke haben heute eine umfassende Kooperation beschlossen. „Diese Kooperation ist ein großer Meilenstein für unser Unternehmen“, freut sich Andreas Mayer. „Wir bieten allen interessierten Anbietern einen diskriminierungsfreien Zugang (Open Access) zu unserem Glasfasernetz. Mit Buchholz Digital haben wir nun einen starken, regional verwurzelten Partner an unserer Seite, der enge Verbindungen zu verschiedensten regionalen Anbietern hat. Gemeinsam mit den Osterholzer Stadtwerken werden schon bald die ersten Kunden Glasfasertarife mit bis zu 1.000 Mbit/s bestellen können.“

Christian Kuhse, CEO von Buchholz Digital, unterstreicht die durch die Kooperation entstehenden Potentiale gerade für Newcomer aus dem Stadtwerkeumfeld: „Als Schwesterunternehmen der Stadtwerke Buchholz kennen wir uns im kommunalen Umfeld gut aus. Mit über zehn Jahren Erfahrung im Glasfasergeschäft und dem Betrieb eines eigenen regionalen Netzes können wir gerade Einsteigern maßgeschneiderte professionelle Lösungen auf Augenhöhe anbieten.“ Steffen Conzelmann, COO von Buchholz Digital, ergänzt: „Dies ermöglicht unseren Partnern einen unkomplizierten und vor allem schnellen und sicheren Eintritt in den Telekommunikationsmarkt. In der Kooperation von Glasfaser Nordwest, Buchholz Digital und Osterholzer Stadtwerken bringt jeder seine Stärken ein. Dadurch profitieren vor allem die Kunden, ohne dass Kundennähe, Flexibilität und Innovationskraft durch Konzernstrukturen leiden.“

Open Access bietet Telekommunikationsanbietern und Endkunden entscheidende Vorteile. Auf der einen Seite haben Telekommunikationsanbieter die Möglichkeit, ihr Kundenangebot auch auf Gebiete zu erweitern, in denen sie nicht selbst ausgebaut haben. Auf der anderen Seite können sich Endkunden in ihrer Entscheidung an den eigenen Bedürfnissen orientieren und zwischen unterschiedlichen Anbietern und Tarifen wählen.

Nach konstruktiven Verhandlungen einigen sich Glasfaser Nordwest und Buchholz Digital auf eine gemeinsame Zusammenarbeit. „Wir sind sehr glücklich über die Kooperation mit Buchholz Digital. Besonders hat uns gefreut, wie gut die Gespräche liefen – auf Augenhöhe, sehr professionell und immer mit dem Blick auf den Markt“, erklärt Andreas Mayer.

Wie ist das Geschäftsmodell aufgebaut?

Die Basis der Kooperation ist ein neues Geschäftsmodell, das Glasfaser Nordwest und Buchholz Digital entwickelt haben. Das Modell umfasst ein Zusammenspiel von drei Parteien: Glasfaser Nordwest, Buchholz Digital und einem Vermarktungspartner, wie z.B. den Osterholzer Stadtwerken.

Als reiner Infrastrukturanbieter stellt Glasfaser Nordwest Buchholz Digital Bitstream-Access-Vorleistungen in seinen Ausbaugebieten zur Verfügung. Buchholz Digital produziert auf Basis dieser Vorleistungen vollwertige Telekommunikationsangebote für den Kunden. Diese veredelten Produkte vertreibt Buchholz Digital wiederum nicht selbst an den Endkunden, sondern stellt sie seinen Geschäftspartnern zur Verfügung.

Geschäftspartner von Buchholz Digital werden voraussichtlich vor allem Stadtwerke sein. Diese können die veredelten Endkundenprodukte von Buchholz Digital in ihren Gebieten eigenständig vermarkten und vertreiben.

Der Ausbau beginnt

Mit dem Spatenstich beginnt der Ausbau des Glasfasernetzes. Bis die Anwohnerinnen und Anwohner die neue Infrastruktur nutzen können, erfolgt der Bau in zwei Schritten: dem Verteilnetzbau und dem Bau der Hausanschlüsse.

Der Verteilnetzausbau ist das erste sichtbare Zeichen. Auf öffentlichem Grund wird eine komplexe, unterirdische Infrastruktur geschaffen. Sie besteht aus vielen Hauptkabeln und Knotenpunkten. Bei den Tiefbauarbeiten wird der Hausanschluss vorbereitet, indem vor jedem Grundstück eine Glasfaserleitung gelegt wird. Glasfaser Nordwest plant, die Tiefbaumaßnahmen zum Ende des Jahres 2022 abzuschließen.

Sobald die Infrastruktur ausgebaut ist, folgt der Hausanschluss. Interessenten, die einen Glasfaseranschluss und den passenden Internettarif bestellen, werden dann an das Netz der Zukunft angeschlossen. Die Glasfaserleitung wird direkt aktiviert, sodass der Hausanschluss direkt genutzt werden kann.

Osterholzer Stadtwerke als erster Kunde

Die Osterholzer Stadtwerke sind der erste Kunde von Buchholz Digital in diesem neuen Geschäftsmodell. Interessenten, die in den Ausbaugebieten von Glasfaser Nordwest, z.B. in Osterholz-Scharmbeck Nord oder Lilienthal Zentrum, wohnen, können zukünftig über die Osterholzer Stadtwerke einen Internetanschluss bestellen.

„In das Geschäftsfeld Glasfaser einzusteigen ist für uns ein sinnvoller, logischer Schritt: Wir kennen die Kunden im Ausbaugebiet, sind dicht dran und wir kennen uns seit Jahrzehnten mit der sicheren Versorgung leitungsgebundener Leistungen unserer Kunden aus“, erklärt Christian Meyer-Hammerström, Geschäftsführer der Osterholzer Stadtwerke. „Mit dem Glasfaser-Angebot haben wir die Möglichkeit, die Lebensqualität der Menschen unserer Region weiter zu verbessern und deren Häuser und Wohnungen zukunftsfähiger zu machen. Der klare Vorteil für die Kunden ist auch hier: Wir sind und bleiben jederzeit vor Ort erreichbar und bieten alles aus einer Hand.“

Die Osterholzer Stadtwerke bieten Glasfaseranschlüsse mit bis zu 1 Gbit/s im Downstream an. Dabei handelt es sich um echte FTTH-Glasfaseranschlüsse („Fiber To The Home“) bei denen die Leitungen bis in die Häuser und Wohnungen verlegt werden. Im Gegensatz zu klassischen DSL-Technologien bringen diese FTTH-Anschlüsse viele Vorteile mit sich: Das neue Netz liefert nicht nur hohe Bandbreiten, sondern es ist sehr stabil und nahezu störungsfrei.

Im Hinblick auf das Open Access Prinzip sollen die Osterholzer Stadtwerke nicht die einzigen Geschäftspartner von Buchholz Digital bleiben. Das Unternehmen will seinen Footprint um weitere Regionen, in denen Glasfaser Nordwest sein Netz baut, erweitern. Perspektivisch soll die Zusammenarbeit mit weiteren Anbietern ausgebaut werden.

Ausbau vor Ort in Osterholz und Lilienthal

Aktuell ist Glasfaser Nordwest in zwei Gebieten, die zum Vermarkungsgebiet der Osterholzer Stadtwerken zählen, aktiv. Das Unternehmen baut zurzeit sein Breitbandnetz in Osterholz-Scharmbeck Nord und Lilienthal Zentrum aus. In Osterholz-Scharmbeck Nord werden rund 3.800 Haushalten und Unternehmen mit Glasfaser versorgt. Hier haben im Juni 2021 die Baumaßnahmen begonnen. Diese sollen im Juni 2022 erfolgreich beendet werden. Das zweite Gebiet, in dem Kunden künftig auch bei den Osterholzern Stadtwerken bestellen können, ist Lilienthal Zentrum. In diesem Projekt werden 4.400 Glasfaseranschlüsse gebaut. Glasfaser Nordwest hat vor Kurzem mit dem Bau des Verteilnetzes begonnen. Die Tiefbaumaßnahmen sollen bereits im Oktober 2022 beendet werden.

Abbildung 1: Glasfaser Nordwest Ausbaugebiet in Osterholz-Scharmbeck Nord.
Abbildung 2: Glasfaser Nordwest Ausbaugebiet in Lilienthal Zentrum.
Über Glasfaser Nordwest

Das Unternehmen Glasfaser Nordwest wurde Anfang 2020 als Joint Venture von Telekom Deutschland GmbH und EWE AG gegründet. Das Gemeinschaftsunternehmen im Paritätsprinzip übernimmt in großen Teilen des Nordwestens den eigenwirtschaftlichen FTTH-Ausbau. Dabei ist Glasfaser Nordwest für die Ausbauentscheidung und -koordinierung sowie den Betrieb des Netzes verantwortlich. Das Joint Venture möchte bis zu 1,5 Millionen Haushalte und Unternehmensstandorte mit Glasfaser erreichen und wird hierfür bis zu zwei Milliarden Euro investieren. Diese neue Infrastruktur wird dem gesamten Telekommunikationsmarkt diskriminierungsfrei zur Verfügung gestellt. Zunächst werden die Partner EWE und Telekom Deutschland das Netz von Glasfaser Nordwest nutzen – perspektivisch sollen Kooperationen mit weiteren Vermarktungspartnern folgen. Diese Öffnung des Netzes für andere Marktteilnehmer sorgt dafür, dass die Menschen im Nordwesten mehr Freiheiten bei der Wahl des Telekommunikationsanbieters haben.